Ministerpräsident Boris Rhein hat die neue Jüdische Akademie in Frankfurt als „wichtigen Ort für jüdisches Leben, Bildung und gesellschaftlichen Austausch“ bezeichnet. Bei der Eröffnung am Montag sagte Rhein im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Jüdisches Leben prägt dieses Land seit 1.700 Jahren. Hessen ist das jüdischste Bundesland Deutschlands und Frankfurt die jüdischste Stadt. Die Jüdische Akademie schafft einen Ort, an dem jüdisches Denken und jüdische Perspektiven unsere gemeinsame Zukunft mitgestalten. Sie ist die erste überregionale, nichtuniversitäre jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland seit der Schoa. Damit knüpft sie an die Tradition des Freien Jüdischen Lehrhauses und das Erbe jüdischer Denker wie Franz Rosenzweig oder Theodor W. Adorno an. Zugleich schafft der Zentralrat der Juden in Deutschland damit einen Ort, an dem Jüdinnen und Juden ihre Themen selbst setzen und die Debatten über unsere gemeinsame Zukunft mitgestalten. Mein Dank gilt allen, die diese Akademie mit großem Engagement möglich gemacht haben und sie künftig mit Leben füllen werden. Das Land Hessen unterstützt diesen Weg aus voller Überzeugung. Auch mir persönlich liegt die Jüdische Akademie sehr am Herzen.“ Das Land Hessen hat eine Förderung in Höhe von bis zu neun Millionen Euro bewilligt.
Mit Blick auf die deutsche Geschichte und die seit dem 7. Oktober 2023 stark gestiegene Zahl antisemitischer Vorfälle verwies der Regierungschef auf die besondere Verantwortung von Staat und Gesellschaft: „Der Schutz jüdischen Lebens ist deutsche Staatsräson. Wir müssen Antisemitismus entschlossen bekämpfen. Zugleich müssen wir dafür sorgen, dass jüdisches Leben und jüdische Kultur selbstverständlich zur Mitte unserer Gesellschaft gehören.“ Dass sich jüdisches Leben nach der Schoa wieder in Deutschland und Hessen entwickelt habe, sei ein großer Vertrauensbeweis, sagte Rhein und führte weiter aus: „Dieses Vertrauen verpflichtet dazu, jüdisches Leben konsequent zu schützen und Bedingungen zu schaffen, unter denen Jüdinnen und Juden sicher, frei und ohne Angst leben können.“