Bundes- und Europaangelegenheiten

Konferenz „Hessen in Space“ eröffnet

Landesregierung vernetzt internationale Organisationen, öffentliche Institutionen, Forscher und Unternehmer: „Wir müssen die eigenen Fähigkeiten im All stärken."

Hessens Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz, sieht in der Raumfahrt einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und technologischen Souveränität Deutschlands und Europas. Bei der vierten Jahres-Konferenz „Hessen in Space“ hob er am Donnerstag in Frankfurt die Bedeutung eigener technologischer Fähigkeiten und verlässlicher Daten für das Vorgehen in Krisen hervor. „Deutschland und Europa müssen bei strategisch wichtigen Technologien handlungsfähig bleiben. Satellitengestützte Kommunikation, Erd-beobachtung und Navigation sind dafür entscheidend. Sie helfen, Krisenlagen besser einzuschätzen, kritische Infrastruktur zu schützen und staatliches Handeln auf eine verlässliche Informationsgrundlage zu stellen. Technologische Souveränität bedeutet dabei nicht, auf internationale Zusammenarbeit zu verzichten. Entscheidend ist es, die eigenen Fähigkeiten im All zu stärken und zugleich verlässliche Partnerschaften zu schließen“, sagte Pentz vor etwa 200 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. 

Pentz: „Nachwuchs für die Raumfahrt begeistern“

Der Staatsminister hält zudem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für sehr wichtig. „Wir müssen junge Menschen früh für die Raumfahrt begeistern und ihnen die Möglichkeit geben, eigene Ideen zu verwirklichen. Studentische Raumfahrtvereine und Schülerprojekte zeigen, mit wie viel Engagement, Kreativität und technischem Know-how junge Menschen bereits während des Studiums eigene Projekte umsetzen“, sagte Pentz. Als Beispiel nannte er das Projekt „SkyMi – Mittelhessen hebt ab!“. Dabei hatten Schülerinnen und Schüler aus Mittelhessen im September 2026 selbst entwickelte Experimente mithilfe von acht Wetterballons in die Stratosphäre geschickt und Forschungsdaten in rund 35 Kilometern Höhe gesammelt. Zwei der Ballons wurden von der Hessischen Landesregierung gesponsert.

Wenn Schülerinnen und Schüler eigene Experimente entwickeln und durchführen können, erleben sie Naturwissenschaften und Technik unmittelbar. Solche praktischen Erfahrungen wollen wir ermöglichen und damit auch Interesse an technischen und wissenschaftlichen Berufen wecken.

Manfred Pentz Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten

Wörner: Wichtige Raumfahrtakteure in Hessen beheimatet

Hessens Raumfahrtkoordinator Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner stellte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Raumfahrtorganisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen heraus: „Mit dem Europäischen Satellitenkontroll-zentrum ESOC, Hessens Tor zum Weltraum, und EUMETSAT haben zwei bedeutende europäische Raumfahrtorganisationen ihren Sitz in Hessen. Hinzu kommen mehr als 100 Unternehmen, darunter international tätige Spezialisten und sogenannte Hidden Champions, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen zur Raumfahrt beitragen. Sie stärken die Wertschöpfung und schaffen hochwertige Arbeitsplätze in Hessen. Diese Vielfalt ist eine große Stärke unseres Standorts. Umso wichtiger ist es, die Kompetenzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zusammenzubringen und neue Kooperationen zu ermöglichen. Die Konferenz ‚Hessen in Space‘ bietet dafür eine wichtige Plattform“, sagte Wörner. Mit Blick auf die Voraussetzungen für Innovationen ergänzte er: „Innovation braucht Menschen, die Fragen stellen, Bestehendes hinterfragen und bereit sind, neue Lösungen zu entwickeln. Sie braucht gute Rahmenbedingungen, Vernetzung und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven. In Hessen als führendem Raumfahrtstandort in Deutschland finden sie diese.“

Was es auf der Konferenz zu sehen gab

Zehn Raumfahrtakteure aus Hessen und dem Bund präsentierten bei der Konferenz ihre Arbeit und Technologien. Dazu gehörten:

  • EUMETSAT,
  • ESOC,
  • das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR),
  • hessische Raumfahrtunternehmen,
  • das Projekt „SkyMi“ und studentische Raumfahrtvereine.
  • Wichtige Vertreterinnen und Vertreter europäischer und nationaler Raumfahrtorganisationen sowie aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten in Fachvorträgen und Talkrunden aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der Raumfahrt.

Bund und Europa

Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund

Christoph Scheld

Pressesprecher

MinBE