Der Regierungschef sagte bei der Generalsversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes am Rande des Hessentages in Fulda: „Der Umbau unserer Wälder zu stabilen, vielfältigen und klimaangepassten Mischwäldern gehört zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Zeit. Er gelingt nur gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern.“
Rhein würdigte die Leistungen der privaten und kommunalen Waldeigentümer, die ihre Wälder trotz großer Herausforderungen verantwortungsvoll bewirtschafteten. Dürre, Hitze, Stürme und Borkenkäfer hätten in den vergangenen Jahren erhebliche Schäden verursacht und viele Waldbesitzer vor große finanzielle Last gestellt. „Viele Eigentümer investieren mittlerweile in den Wiederaufbau klimastabiler Wälder, obwohl sich diese Investitionen oft erst für die nächste Generation auszahlen. Das verdient Respekt und Anerkennung“, sagte der Ministerpräsident. Der Waldumbau sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Hessen die Waldbesitzer weiterhin verlässlich unterstütze. Allein in den vergangenen sechs Jahren seien Privat- und Kommunalwälder mit mehr als 100 Millionen Euro von Land, Bund und EU gefördert worden.
Rahmenbedingungen für den Waldumbau verbessern
Forstminister Ingmar Jung hob die Bedeutung des Waldes für Klima, Umwelt und Gesellschaft hervor. „Wälder speichern CO₂, schützen Böden und Trinkwasser, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und sind zugleich Erholungsraum, Arbeitsplatz und Heimat für viele Menschen. Die Landesregierung hat in den vergangenen zwei Jahren wichtige Weichen für einen zukunftsfähigen Wald gestellt, unter anderem mit neuen Waldentwicklungszielen, einer Anpassung der forstlichen Förderung und der Novelle des Hessischen Waldgesetzes“, sagte Jung und ergänzte: „Unser Ziel ist ein fairer Ausgleich der unterschiedlichen Interessen. Der bewirtschaftete Wald liefert den nachhaltigen Rohstoff Holz und verbindet wirtschaftliche Nutzung mit Natur- und Klimaschutz.“
Ministerpräsident Rhein sprach sich für praxistaugliche und eigentümerfreundliche Rahmenbedingungen aus. Zusätzliche bürokratische Belastungen für Waldbesitzer, etwa durch europäische Vorgaben, müssten vermieden werden. „Hessen kann auf Vorgaben wie die Entwaldungsverordnung und die Wiederherstellungsverordnung verzichten, denn wir brauchen doch weniger Regeln statt immer mehr. Wir setzen auf Kooperation und Freiwilligkeit statt auf unnötige Regulierung. Nur so schaffen wir Akzeptanz vor Ort und sichern die Zukunft unserer Wälder.“